Skitour, Hochkönig, Pongau, Salzburg, Österreich

Hochkönig - Bratschenköpfe


Geplant war eigentlich eine Tour mit den Kumpels, aber irgendwie hat das nicht geklappt. Ich war jedenfalls auf Samstag "programmiert", also ging ich alleine. Aufgrund der günstigen Verhältnisse kam mir der Hochkönig in den Sinn, ich wollte eh schon lange wieder mal da rauf. Besser gesagt auf den Großen Bratschenkopf - die meiner Meinung nach bessere Wahl, denn zum Matrashaus ist es noch ein Stück weiter und man hat einen zusätzlichen Gegenanstieg von der Übergossenen Alm zu bewältigen.

Aber auch mit der "kurzen" Variante hab ich mich an diesem Tag fast ein wenig übernommen ... schon lange nicht mehr hat mir eine Tour so viel abverlangt. Zwar ist eine Strecke mit rund 8 Kilometern kein Pappenstiel (doppelt so lang wie die letzte Tour aufs Kreuzeck vor einer Woche, also da darf man schon müde sein), trotzdem war´s irgendwie nicht mein Tag. Schlecht geschlafen, verschlafen, das waren schon keine guten Vorboten. Die erste Schwierigkeit war nach der Mitterfeldalm zu meistern: Die Lawinenkegeln von den Mandlwänden galt es zu überqueren - bockgefroren, immer rauf und runter, wenig Halt - rhythmisches Gehen ist etwas anderes. Schischuh drückt, Fuß schmerzt, bin irgendwie jetzt schon müd. Hilft nix, weiter geht´s. Ab dem Ochsenriedl wehte ein eiskalter Wind, unangenehm und kräfteraubend. Es geht nur zach vorwärts, aber eine Gruppe vor mir ist auch nicht schneller.
Nach oben hin wurde der Wind immer kälter, meine Finger waren klamm, die Kuppen spürte ich nicht mehr. Ca. 100 hm unter dem Gipfel hab ich aufgegeben, kein Saft mehr und noch weniger Lust. An "Gipfelrast" war nicht zu denken - eiskalt und windig .. nur schnell umziehen, schauen dass ich die Felle runterbekomm, ein Schluck heißer Tee und warme Handschuhe anziehen. Trotzdem tauten meine Finger bis unten nicht mehr auf, ich konnte nicht mal ordentlich meine Schistecken halten. Ausgelaugt und unkonzentriert wedelte ich die teils traumhaften Pulverschneehänge hinunter ... ein kurzer Augenblick nicht aufgepasst und PATSCH - steckt´s mich kopfüber in den Schnee. Verdammte Sch***, Gesicht voll Schnee, Finger noch gefroren, Schi irgendwo weiter oben ... aber Gott sei Dank is nix passiert.

Meine Finger tauten erst wieder beim Gegenanstieg von der Gaißnase zur Mitterfeldalm auf. "Groanägl" sagen Lungauer zu jenem Schmerz, den man verspürt, wenn das Blut in die vor Kälte erstarrten Finger wieder einschießt. Oft gehört, nie wirklich gewusst, wie das ist ... jetzt weiß ich es. Und selten hab ich mich so auf die Sauna gefreut wie diesmal :o)
Trotz der Unpässlichkeiten war es eine schöne Tour - landschaftlich ein Traum, das Wetter war herrlich und der Schnee super - irgendwann werd ich den Gipfel vom Großen Bratschenkopf schon nochmal packen!

nach Westen (Richtung Gosaukamm/Dachstein) war es in der früh noch ziemlich bewölkt
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nach Süden hin sah es schon freundlicher aus
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bei der Mitterfeldalm Blick auf das Tennengebirge
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Mandlwände
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unterhalb der Mandlwände
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hinauf zum Ochensriedl
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Im Salzachtal hielt sich noch der Nebel
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bei der Torsäule
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die mächtige Torsäule
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Mandlwände von oben
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die Torsäule von oben
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die Schoberköpfe wären auch eine Alternative, wenn der Hochkönig zu weit ist
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hier in etwas ließ ich es gut sein - zum Bratschenkopf geht es links weiter
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Blick auf den Hochkönig - schaut nah aus, ist aber noch eine gute Stunde zum Gehen
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Hochkönig mit Matrashaus
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Blick über die übergossene Alm zum Watzmann
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Übergossene Alm und Hagengebirge
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Blick nach Nordwesten
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